Blockchain und KYC

Tobias Günther Projekte

Was ist KYC ?

Know your Customer (KYC) ist ein internationales Verfahren mit Mindeststandards zur Identitätsprüfung um Kunden in ein System aufzunehmen und wurde zur Vorbeugung von Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität und Terrorismus eingeführt. Abhängig von der Anwendung kann das Verfahren simpel oder komplex gestaltet sein. So ist für die Anmeldung in Foren oder E-Commerce Shops oftmals nur die Validierung einer Email-Adresse erforderlich, wohingegen bei Finanzgeschäften eine Validierung der Person und des Wohnsitzes üblich ist. Dies geschieht durch den Upload von entsprechenden Dokumenten, oftmals ergänzt durch Videotelefonie.

Was sind die Nachteile bestehender Verfahren?

Gegenwärtig muss für jede genutzte Plattform ein separater KYC Prozess durchlaufen werden, da kein sicheres Netzwerk zum Austausch digitaler Identitäten besteht. KYC Prozesse sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausgestaltet. Für den Anwender ist das wiederholte Durchlaufen eines ähnlichen Prozesses zeitaufwändig. Im Rahmen gängiger KYC Prozesse werden oftmals Daten übermittelt, die keine Bedingung eines erfolgreichen KYC darstellen. Bei der Überprüfung des Wohnsitzes können Betriebskostenabrechnungen oder Bankkontoauszüge verlangt werden. Die Übermittlung von Angaben über den Versorger oder die Geschäftsbank stellt eine Übererfassung von Daten dar.

Ein gravierendes Problem stellt zudem die Sicherheit der übermittelten Daten dar. So wie die Prozesse nicht standardisiert sind, wird auch die Haltung der Daten auf Seite der Anbieter unterschiedlich gehandhabt. Der Kunde muss den Anbietern vertrauen, die Daten sicher zu verwahren und nicht missbräuchlich zu verwenden. Grundsätzlich erhöht sich das Risiko eines Datenmissbrauchs auch bei Einhaltung aller Sorgfalt seitens der Anbieter mit der Zahl der durchlaufenden KYC Verfahren.

Distributed Ledger Technologien (DLT) können eine Lösung schaffen, die mehr Sicherheit bietet und den Anwendern die Kontrolle über Ihre persönlichen Daten sichert.

Digitale Identität und Blockchain

Bei einem KYC Verfahren auf einer Blockchain werden alle notwendigen Daten auf der Blockchain gespeichert und eine digitale Identität geschaffen. So kann jedem Anwender, der ein entsprechendes Verfahren durchlaufen hat eine eindeutige Identifikationsnummer zugeteilt werden. Je nach geforderten Nachweisen im Validierungsprozess eines Anbieters können Teile der digitalen Identität freigeben werden und werden für den Anbieter einsehbar. Der Anwender behält die volle Kontrolle über seine persönlichen Daten, es werden aber auch alle Identitätsrichtlinien im Sinne der DSGVO eingehalten.